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Petticoat-Kleider
In den 1950er und frühen 1960er Jahren hatten
sie ihre Blütezeit: die schwingenden Petticoats. Zwar wurden
diese bereits im 16. Jahrhundert unter weiten Röcken getragen,
aber erst der französische Modeschöpfer Christian
Dior verhalf ihnen zu ihrem legendären Ruf. Auch die heiße
Rock’n Roll Phase ließ die Petticoatkleider noch einmal
so richtig wirbeln. Heute werden Petticoats unter Brautmoden getragen
und haben ihren festen Platz in der Square-Dance und Western Szene.
Kurze tellerweite Petticoat-Röcke sieht man häufig bei
Tanzmariechen.
Wie viele Modetrends wurde auch der Petticoat wieder neu entdeckt. So haben sich
die Modedesigner an den einstigen Erfolg erinnert und setzen im 21. Jahrhundert
neue Maßstäbe. Frauen, die sich in weite Tellerröcke kleiden,
sind auf jeden Fall en vogue. Passend dazu wählen sie am besten breite Gürtel,
den klassischen Lidstrich und rote Lippen und natürlich eine Hochsteckfrisur.
Wird dann noch die Sonnenbrille frech ins Haar gesteckt, ist der 50er Jahre Look
perfekt.
Wer mit der Mode gehen will, wählt den schwarz-weiß Style oder greift
zu leuchtenden Farben wie rot, gelb oder rosa. Romantische Frauen bevorzugen
den Blumen-Style. Mit leichten Stoffen wie Seide und Satin sowie Chiffon und
Jersey können Frauen ihre feminine Seite vorteilhaft betonen. Die voluminösen
Röcke umspielen das Knie, sind in Falten gelegt oder können als Mini
getragen werden. Damit Fülle und Volumen bestehen bleiben, werden sie mit
Petticoats unterlegt. Passend dazu werden körperbetonte Oberteile getragen,
die die Weiblichkeit ihrer Trägerin unterstreichen.
Und welcher Petticoat darf es nun sein? Bei dem großen Spektrum an Möglichkeiten
ist es nicht ganz einfach, den passenden Petticoat zu finden, denn wunderschön
sind sie alle. Der bauchig weite Unterrock, der übrigens im Gegensatz zu
anderen Unterröcken ruhig hervorblitzen darf, besteht in der Regel aus mehreren
Lagen. Auch einlagige Petticoats sind im Handel erhältlich.
Aber was besagt
nun eigentlich die Anzahl der Lagen? Die einzelnen Lagen sind vereinfacht
gesagt aufeinanderliegende Röcke, die aus mehreren Rüschenstufen
bestehen. Um nun das gewünschte Volumen zu erzeugen, sind die Rüschenstufen
mehr oder weniger gerüscht. Allerdings ist das Volumen der Petticoats nicht
nur von der Anzahl der Rüschenstufen und der Rüschung selbst abhängig,
sondern richtet sich auch nach der Appretur des Materials, aus dem der Petticoat
besteht.
Stark appretierte Materialien wie beispielsweise Tüll oder Organza bringen
super Volumen, allerdings richtet sich das auch immer nach dem Hersteller. Besteht
der Petticoat aus weichem Chiffon, hat er weniger Stand, fliegt aber bei Tanzbewegungen
sehr hoch. Welches Material nun das Beste ist kann man so nicht pauschal festlegen.
Die Auswahl des Materials richtet sich immer danach, zu welchem Zweck der Petticoat
getragen werden soll.
Organza ist steif und griffig und garantiert so einen perfekten Stand.
Beim Laufen oder Tanzen schwingen diese Petticoats wunderschön mit. Weich und schmeichelnd
zeigen sich Petticoats aus Chiffon. Da sie keinen eigenen Stand haben, erreichen
sie ihr Volumen durch die Fülle an eingesetztem Material. Petticoats aus
Chiffon eignen sich daher besonders für super leichte Rockstoffe wie Georgette
oder Seide. Auch Kinder tragen diese gerne. Das bekannteste Material, aus dem
Petticoats bestehen, ist allerdings Tüll. Bereits in den 1950er Jahren wurde
dieses knisternde Material für die voluminösen Röcke gewählt.
Wie lang nun ein Petticoat sein sollte, richtet sich ganz nach dem
persönlichen
Geschmack und dem Anlass, zu dem er getragen werden soll. Sehr schön sieht
es aus, wenn über dem Petticoat ein weiter Tellerrock getragen wird, der
mit einem Stretchgürtel gehalten wird. Dabei kann der Petticoat die gleiche
Länge wie der Rock haben oder etwas länger getragen werden, damit er
keck hervorblitzen kann.
Der Rock, der über dem Petticoat getragen wird, muss immer sehr viel weiter
als der Petticoat selbst sein. Nur dann kann der Petticoat richtig schwingen.
Empfehlenswert ist es deshalb, genau nachzumessen und Saumumfang und Saumweite
nicht zu knapp zu wählen. Der Name Tellerrock stammt übrigens von der
kreisrunden Form der Überröcke, sie sind praktisch kreis- oder tellerrund
geschnitten.
Wer sich an Bilder aus den Fünfziger Jahren erinnert, denkt sicher in puncto
Petticoat immer an sehr schlanke Frauen. Das liegt daran, dass der Petticoat
mit dem darüberliegenden Tellerrock und dem dazu passenden Stretchgürtel
die Taille betont und das Auge so eine optisch schlanke Figur wahrnimmt. Frauen,
die keine „idealen“ Modelmaße aufweisen, was wohl auf die Mehrzahl
der Frauen zutrifft, können also kleine Pölsterchen ganz bequem mit
einem weiten Petticoat kaschieren. Ein Zuviel an Bauch, Po und Oberschenkeln
wird elegant durch den Petticoat verdeckt. Durch den engen Stretchgürtel
wirkt die Taille schmaler und der Blick wird automatisch auf die voluminöse
Pracht des Petticoats fallen. Figurprobleme gibt es mit einem Petticoat nicht.
Da der Petticoat jetzt gerade wieder „in“ ist, sollte jede Frau ruhig
einmal ausprobieren, wie sie sich mit einem Petticoat im Handumdrehen in eine
glamouröse Diva verwandeln kann. Schon das Drehen vor dem Spiegel zu Hause
zeigt die Veränderung und jede Frau fühlt sich dann wahrhaft königlich.
Nun noch eine enge Corsage dazu, hohe Schuhe und das passende Make-up und schon
kann das Tanzvergnügen beginnen. |