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Petticoats und Petticoat-Kleider: Mit Rock und Kurzarm in die 50er

Petticoats und Petticoat-Kleider: Mit Rock und Kurzarm in die 50er
Petticoats, Foto: Anja Roesnick - Fotolia.com

In den 1950er und frühen 1960er Jahren hatten sie ihre Blütezeit: die schwingenden Petticoats. Zwar wurden diese bereits im 16. Jahrhundert unter weiten Röcken getragen, aber erst der französische Modeschöpfer Christian Dior verhalf ihnen zu ihrem legendären Ruf. Auch die heiße Rock’n Roll Phase ließ die Petticoatkleider noch einmal so richtig wirbeln. Heute werden Petticoats unter Brautmoden getragen und haben ihren festen Platz in der Square-Dance und Western Szene. Kurze tellerweite PetticoatRöcke sieht man häufig bei Tanzmariechen.

Wie viele Modetrends wurde der Petticoat wieder neu entdeckt. So haben sich die Modedesigner an den einstigen Erfolg erinnert und setzen im 21. Jahrhundert neue Maßstäbe. Frauen, die sich in weite Tellerröcke kleiden, sind auf jeden Fall en vogue. Passend dazu wählen sie am besten breite Gürtel, den klassischen Lidstrich und rote Lippen und eine Hochsteckfrisur. Wird dann noch die Sonnenbrille frech ins Haar gesteckt, ist der 50er Jahre Look perfekt.

Wer mit der Mode gehen will, wählt den schwarz-weiß Style oder greift zu leuchtenden Farben wie rot, gelb oder rosa. Romantische Frauen bevorzugen den Blumen-Style. Mit leichten Stoffen wie Seide und Satin sowie Chiffon und Jersey können Frauen ihre feminine Seite vorteilhaft betonen. Die voluminösen Röcke umspielen das Knie, sind in Falten gelegt oder können als Mini getragen werden. Damit Fülle und Volumen bestehen bleiben, werden sie mit Petticoats unterlegt. Passend dazu werden körperbetonte Oberteile getragen, die die Weiblichkeit ihrer Trägerin unterstreichen.

Welcher Petticoat darf es nun sein? Bei dem großen Spektrum an Möglichkeiten ist es nicht ganz einfach, den passenden Petticoat zu finden, denn wunderschön sind sie alle. Der bauchig weite Unterrock, der übrigens im Gegensatz zu anderen Unterröcken ruhig hervorblitzen darf, besteht in der Regel aus mehreren Lagen. Selbst einlagige Petticoats sind im Handel erhältlich.

Aber was besagt nun eigentlich die Anzahl der Lagen? Die einzelnen Lagen sind vereinfacht gesagt aufeinanderliegende Röcke, die aus mehreren Rüschenstufen bestehen. Um nun das gewünschte Volumen zu erzeugen, sind die Rüschenstufen mehr oder weniger gerüscht. Allerdings ist das Volumen der Petticoats nicht nur von der Anzahl der Rüschenstufen und der Rüschung selbst abhängig, sondern richtet sich nach der Appretur des Materials, aus dem der Petticoat besteht.

Stark appretierte Materialien wie beispielsweise Tüll oder Organza bringen super Volumen, allerdings richtet sich das immer nach dem Hersteller. Besteht der Petticoat aus weichem Chiffon, hat er weniger Stand, fliegt aber bei Tanzbewegungen sehr hoch. Welches Material nun das Beste ist kann man so nicht pauschal festlegen. Die Auswahl des Materials richtet sich immer danach, zu welchem Zweck der Petticoat getragen werden soll.

Organza ist steif, griffig und garantiert so einen perfekten Stand. Beim Laufen oder Tanzen schwingen diese Petticoats wunderschön mit. Weich und schmeichelnd zeigen sich Petticoats aus Chiffon. Da sie keinen eigenen Stand haben, erreichen sie ihr Volumen durch die Fülle an eingesetztem Material. Petticoats aus Chiffon eignen sich daher besonders für super leichte Rockstoffe wie Georgette oder Seide. Kinder tragen diese ebenfalls gerne. Das bekannteste Material, aus dem Petticoats bestehen, ist allerdings Tüll. Bereits in den 1950er Jahren wurde dieses knisternde Material für die voluminösen Röcke gewählt.

Wie lang nun ein Petticoat sein sollte, richtet sich ganz nach dem persönlichen Geschmack und dem Anlass, zu dem er getragen werden soll. Sehr schön sieht es aus, wenn über dem Petticoat ein weiter Tellerrock getragen wird, der mit einem Stretchgürtel gehalten wird. Dabei kann der Petticoat die gleiche Länge wie der Rock haben oder etwas länger getragen werden, damit er keck hervorblitzen kann.

Der Rock, der über dem Petticoat getragen wird, muss immer sehr viel weiter als der Petticoat selbst sein. Nur dann kann der Petticoat richtig schwingen. Empfehlenswert ist es deshalb, genau nachzumessen und Saumumfang und Saumweite nicht zu knapp zu wählen. Der Name Tellerrock stammt übrigens von der kreisrunden Form der Überröcke, sie sind praktisch kreis- oder tellerrund geschnitten.

Wer sich an Bilder aus den Fünfziger Jahren erinnert, denkt sicher in punkto Petticoat immer an sehr schlanke Frauen. Das liegt daran, dass der Petticoat mit dem darüberliegenden Tellerrock und dem dazu passenden Stretchgürtel die Taille betont und das Auge so eine optisch schlanke Figur wahrnimmt. Frauen, die keine „idealen“ Modelmaße aufweisen, was wohl auf die Mehrzahl der Frauen zutrifft, können also kleine Pölsterchen ganz bequem mit einem weiten Petticoat kaschieren. Ein Zuviel an Bauch, Po und Oberschenkeln wird elegant durch den Petticoat verdeckt. Durch den engen Stretchgürtel wirkt die Taille schmaler und der Blick wird automatisch auf die voluminöse Pracht des Petticoats fallen. Figurprobleme gibt es mit einem Petticoat nicht.

Da der Petticoat jetzt gerade wieder „in“ ist, sollte jede Frau ruhig einmal ausprobieren, wie sie sich mit einem Petticoat im Handumdrehen in eine glamouröse Diva verwandeln kann. Schon das Drehen vor dem Spiegel zu Hause zeigt die Veränderung, jede Frau fühlt sich dann wahrhaft königlich. Nun noch eine enge Corsage dazu, hohe Schuhe und das passende Make-up und schon kann das Tanzvergnügen beginnen.

Petticoats und Petticoat-Kleider: Mit Rock und Kurzarm in die 50er
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